KI-generierte Fotos erkennen: Die Anzeichen im Überblick

So erkennst du KI-generierte Fotos: Hände, Text, Reflexionen, Licht und Hauttextur. Was auffällt und wie du es bei eigenen Bildern vermeidest.
Die Frage, wie man KI-generierte Fotos erkennt, kommt aus zwei Richtungen. Die einen wollen nicht auf eine Fälschung hereinfallen. Die anderen wollen, dass ihr eigenes generiertes Bild möglichst nicht auffällt. Die Anzeichen sind in beiden Fällen dieselben.
Hände und kleine Details
Finger, Knöchel, der Griff einer Hand um einen Gegenstand. Modelle sind hier im letzten Jahr spürbar besser geworden. Beim Reinzoomen fällt es trotzdem oft noch auf.
Gleiches gilt für Reißverschlüsse, Schnallen, Riemen und Brillenbügel. Alles Dünne, das irgendwo anschließen muss, fällt beim genauen Hinsehen auf.
Text im Bild
Ein Schriftzug wirkt aus der Distanz stimmig. Zoomst du rein, werden aus Buchstaben nur noch buchstabenähnliche Formen.
Kurze Wörter funktionieren manchmal. Ein ganzer Satz fast nie. Kyrillische Schrift zerfällt dabei sogar noch schneller als lateinische.
Licht und Spiegelungen, die nicht zusammenpassen
Eine glänzende Fläche spiegelt etwas, das in der Szene gar nicht vorkommt.
Ein Schatten fällt in die falsche Richtung, gemessen an der Lichtquelle, oder er fehlt ganz.
Das Licht wirkt fast zu gleichmäßig: kein unangenehmer Schatten, kein störendes Glanzlicht irgendwo.
Woran die Textur ein KI-Bild verrät
Haut wirkt so glatt wie bei einer Schaufensterpuppe, ganz ohne Poren und Struktur.
Stoff wirkt gemalt statt gewebt. Das Muster ist zu sauber, ihm fehlt der natürliche Schiefstand.
Ein sich wiederholendes Print zerfällt an Rundungen. Karo und Streifen verrutschen, statt sauber zu bleiben.
Zu makellos, um echt zu sein
Im Bild liegt kein Krümel, kein Staubkorn, kein verwischter Fingerabdruck.
Ein echtes Foto trägt immer etwas Zufälliges, Ungeplantes mit sich. Genau das unterscheidet es von einem Render.
Und was ist mit den Metadaten
Manche Tools hinterlegen in der Datei einen Hinweis, dass das Bild KI-generiert wurde. Dieser Tag übersteht meist einen Zuschnitt, verschwindet aber oft, sobald die Datei über einen Bildbearbeiter erneut gespeichert wird.
Auf Metadaten allein ist kein Verlass. Ihr Fehlen beweist ebenso wenig. Mehr dazu in einem eigenen Beitrag: wie Plattformen KI-Inhalte über Metadaten erkennen.
Wenn du ein generiertes Bild brauchst, das wirklich funktioniert
Jedes der genannten Anzeichen lässt sich auf dieselbe Art vermeiden: bewusst nach Unvollkommenheit fragen. Ungleichmäßiges Licht, etwas Korn, Alltagsunordnung, sichtbare Hautstruktur.
Und das Ergebnis in voller Zoomstufe prüfen, nicht nur im kleinen Vorschaubild. Genau dort fällt die Hälfte dieser Probleme erst auf.
Bei den Metadaten bin ich mir ehrlich gesagt nicht sicher, wie genau Plattformen das tatsächlich prüfen. Ich habe dazu widersprüchliche Aussagen gehört und noch keinen bestätigten Fall gesehen.
FAQ
Welche Anzeichen verraten ein KI-generiertes Foto am deutlichsten? Hände und kleine mechanische Details, Text, der beim Reinzoomen zerfällt, Spiegelungen, die nicht zur Szene passen, zu gleichmäßiges Licht sowie Haut oder Stoff, die zu glatt wirken.
Erkennt man es an den Metadaten der Datei? Manchmal. Einige Tools hinterlegen einen Hinweis, dass die Datei generiert wurde. Sein Fehlen beweist aber nichts, und beim erneuten Speichern über einen Bildbearbeiter verschwindet er ohnehin meist.
Warum zerfällt kyrillischer Text stärker als lateinischer? Kyrillische Schrift taucht in den Trainingsdaten deutlich seltener auf als lateinische. Die Modelle reproduzieren dann eher Buchstabenformen als echte Buchstaben. Dieses Muster zeigt sich vor allem bei kyrillischer Schrift, kaum bei lateinischer.
Wie verhindert man, dass ein generiertes Bild auffliegt? Bewusst nach Unvollkommenheit fragen: ungleichmäßiges Licht, etwas Korn, zufällige Objekte im Bild, echte Hautstruktur. Danach das Ergebnis in voller Zoomstufe prüfen, bevor es verwendet wird.
Quellen
- Flami: Wie Plattformen KI-Inhalte über Metadaten erkennen
- Flami: Warum KI-Modelle bei Händen und Text scheitern
- Flami: Warum kyrillische Schrift Bildgeneratoren ins Straucheln bringt
Über den Autor
Lena Wagner
Testerin bei Flami