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Listing-Design ohne Designer: was im Suchraster wirklich zählt

Tobias Keller1. Oktober 20264 Min. Lesezeit
Listing-Design ohne Designer: was im Suchraster wirklich zählt

Listing-Design braucht keinen Profi: was im Suchraster wirklich zählt, drei Regeln statt geschultem Auge, und wann sich ein Designer trotzdem lohnt.

Ein Verkäufer hat mir mal zwei Listings für dieselbe Handyhülle geschickt. Eins von einem bezahlten Designer gebaut, das andere an einem Abend selbst zusammengestellt. Das zweite lief in der Suche besser. Nicht weil der Designer schlechte Arbeit abgeliefert hat. Listing-Design löst ein anderes Problem als Design im Allgemeinen: Es muss nicht schön aussehen, es muss auf einem Vorschaubild in Fingernagelgröße lesbar sein.

Was im Suchraster tatsächlich ankommt

Öffne eine Marktplatz-App auf dem Handy und schau dir das Raster an. Jedes Listing nimmt etwa ein Viertel des Bildschirms ein.

Bei dieser Größe liest sich nichts außer der Silhouette des Produkts und einem starken visuellen Eindruck.

Beim genauen Anteil könnte ich danebenliegen, das hängt vom Handy und der Sortierung im Feed ab. Aber die Größenordnung stimmt. Feine Verläufe, sorgfältige Bildunterschriften, verschachtelte Kompositionen, nichts davon überlebt in dieser Größe. Es ist buchstäblich unsichtbar.

Daraus folgt Regel eins: Das Hauptfoto wird zuerst für ein kleines Format entworfen. Produkt groß, Hintergrund ruhig, Kontrast hoch.

Drei Regeln, die den Großteil der Arbeit erledigen

Kontrast. Helles Produkt auf dunklem Hintergrund, oder umgekehrt. Grau auf Grau verschwindet neben jedem anderen Listing im Raster.

Eine Idee pro Foto. Das erste Bild zeigt das Produkt, das zweite die Größe, das dritte das Material. Nicht alles in ein Bild quetschen.

Luft zum Atmen. Das Produkt sollte die Ränder nicht berühren. Freiraum drumherum lässt das Foto hochwertiger wirken, ein billiger Trick, der funktioniert.

Für nichts davon braucht es ein Designstudium.

Drei Regeln decken natürlich nicht jeden Fall ab. Ein befreundeter Designer hat eine lange Liste von Einwänden gegen diesen Ansatz, und bei etwa der Hälfte davon gebe ich ihm recht.

Was KI-Generierung übernimmt, und was du selbst entscheidest

Die Generierung liefert Hintergrund, Szenerie, Produkt im Kontext, saisonale Varianten.

Du entscheidest, was jedes Bild zeigt, in welcher Reihenfolge, und was im Text steht.

Der zweite Teil wiegt schwerer als der erste. Großartige Fotos in der falschen Reihenfolge verkaufen schlechter als durchschnittliche Fotos in der richtigen. Den kompletten Weg von null zu einem fertigen Listing habe ich separat aufgeschrieben.

Wann sich ein Designer trotzdem lohnt

Ich will nicht so tun, als bräuchte man nie einen Designer.

Premium-Produkte, bei denen die Optik selbst Teil des Preises ist. Hier zahlt sich der Unterschied zwischen „in Ordnung“ und „teuer wirkend“ aus.

Komplexe Kategorien mit vielen Spezifikationen, die in sechs Bilder passen müssen.

Eine Markenidentität, die über jede Plattform und jede Anzeige hinweg konsistent funktionieren muss.

Ein großer Katalog, bei dem es nicht um einzelne Listings geht, sondern um ein Vorlagensystem.

Wie man sich zwischen Generierung und Designer entscheidet, samt der Kostenseite, steht in einem eigenen Beitrag.

Ein schneller Check vor dem Hochladen, der die Hälfte der Fehler abfängt

Verkleinere dein Hauptfoto auf Vorschaugröße und schau es dir an. Erkennst du noch, was das Produkt ist, oder ist es nur ein Fleck?

Öffne das komplette Listing auf dem Handy, nicht am Monitor.

Scroll die Bilder in der Reihenfolge durch: Lesen sie sich als Abfolge, oder als wahllos zusammengewürfelter Haufen?

Vergleiche dein Listing mit den anderen im Raster deiner Kategorie. Wenn deins untergeht, liegt es fast immer am Kontrast.

Prüfe außerdem, ob jedes Foto genau das Produkt zeigt, das der Kunde am Ende bekommt. Eine ausführlichere Version dieses Checks findest du in der Checkliste vor der Veröffentlichung.

Die Fotos dafür zusammenzustellen, kann einen Abend dauern. Der langsame Teil ist meistens nicht die Generierung, sondern die Entscheidung, was ins zweite Bild kommt.

FAQ

Kann man ein Listing ohne Designer gestalten? Ja, wenn man sich an ein paar Regeln hält: hoher Kontrast, eine Idee pro Bild, Freiraum um das Produkt. Ein Listing muss auf einer winzigen Vorschau lesbar sein, nicht in einer Galerie schön aussehen.

Was zählt mehr, gute Fotos oder die richtige Reihenfolge? Die Reihenfolge. Durchschnittliche Fotos in der richtigen Abfolge verkaufen besser als perfekte Fotos, die wahllos aneinandergereiht sind. Die ersten beiden Bilder leisten den Großteil der Arbeit.

Wie prüft man, ob ein Listing tatsächlich funktioniert? Hauptfoto auf Vorschaugröße verkleinern und schauen, ob das Produkt noch erkennbar ist. Danach das Listing auf dem Handy öffnen und mit den Nachbarn im Suchraster der Kategorie vergleichen.

Wie viele Fotos braucht ein Listing? Meist vier bis sechs, jedes mit einer konkreten Aufgabe: was es ist, wie groß, aus welchem Material, was im Lieferumfang steckt, wie es im Gebrauch aussieht.

Quellen

  1. Flami: KI-Generierung oder menschlicher Designer
  2. Flami: Checkliste vor der Veröffentlichung eines Listings
  3. Flami: SEO für Marktplatz-Listings

Über den Autor

Tobias Keller

Content-Lead bei Flami

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