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Prompt für Produktinfografiken: Platz für Text schaffen, der noch gar nicht da ist

Jonas Becker30. Oktober 20264 Min. Lesezeit
Prompt für Produktinfografiken: Platz für Text schaffen, der noch gar nicht da ist

Ein Prompt für Produktinfografiken unterscheidet sich vom normalen: die Szene entsteht für Text, der noch fehlt. Aufbau und Formulierungen, die funktionieren.

Ein Prompt für eine Produktinfografik funktioniert anders als ein normaler Bildprompt, und der Unterschied liegt in einem einzigen Punkt: Du erzeugst eine Szene für Text, den es noch gar nicht gibt. Wer diesen Schritt überspringt, landet mit der Überschrift mitten auf dem Produkt und muss den ganzen Slide noch mal machen.

Erst Platz lassen, dann beschreiben

Das kommt zuerst in den Prompt und zählt mehr als die Beschreibung des Produkts selbst.

Was tatsächlich funktioniert: „Produkt im rechten Drittel des Bildes, linke Seite frei“, „Produkt in der unteren Bildhälfte, oberer Bereich frei“, „Produkt mittig platziert, mit viel freiem Raum drumherum“.

Das Modell liest das Wort „Infografik“ nicht so, wie du es liest. Es lässt von sich aus keinen Platz frei, wenn du es nicht explizit dazuschreibst.

Das Produkt selbst beschreiben

Was es ist, aus welchem Material, welche Farbe, in welchem Zustand.

Hast du schon ein Produktfoto, lade es hoch statt eine lange Beschreibung zu tippen. Sag dem Modell einfach, dass es das Objekt unverändert lassen und die Szene drumherum aufbauen soll.

Hintergrund und Fläche

Ein einfarbiger, ruhiger Hintergrund schlägt einen unruhigen, wenn es um Textlesbarkeit geht. Text liest sich darauf einfach besser.

Brauchbare Formulierungen: „einfarbiger heller Hintergrund, kein Muster“, „sanfter Verlauf von hell zu etwas dunkler“, „neutrale Fläche, farblich nah am Produkt“.

Wenn du eine ganze Slide-Serie produzierst, halte diesen Teil in jedem Prompt identisch. Das ist der Faktor, der die Serie optisch zusammenhält.

Licht

Weiches, diffuses Licht funktioniert für Infografiken besser. Seitenlicht eignet sich, wenn du Textur betonen willst, hat hier aber einen Haken: Schatten dürfen nicht in die Zone fallen, in der später der Text steht. Eine klare Angabe wie „gleichmäßiges Licht auf der linken Bildseite, keine Schatten“ erspart dir einen Neuversuch.

Eine zuverlässige Formulierung für Seitenlicht habe ich selbst noch nicht gefunden. Mal sitzt die Textur genau richtig, mal rutscht ein Schatten direkt in die Textzone, und eine Formel, die das jedes Mal verhindert, kenne ich bislang nicht.

Sag dem Modell, was es weglassen soll

Ohne klare Vorgaben packt das Modell Dinge dazu, die niemand wollte: Text, Personen, Pflanzen, Geschirr, Logos.

Schließ das direkt aus: kein Text, keine Schrift, keine zusätzlichen Objekte, keine Logos. Der Text-Punkt ist dabei am wichtigsten. Lässt du ihn weg, versucht das Modell von sich aus etwas zu schreiben, und dabei kommt meist verwaschene, bedeutungslose Pseudoschrift raus statt echter Wörter.

Was nach der generierten Szene passiert

Steht der Hintergrund, kommt der Text anschließend in einem Editor dazu. Warum diese Reihenfolge die bessere ist, erklären wir in einem eigenen Beitrag zu Produktinfografiken.

Gute Modelle für solche Szenen: Nano Banana für Produktaufnahmen mit echter Textur, Flux 2 für klarere grafische Hintergründe, Z-Image, wenn du schnell mehrere Layout-Varianten durchtesten willst.

Muss der Text wirklich Teil des generierten Bildes sein, nimm stattdessen Ideogram 3.0 und setz den genauen Text in Anführungszeichen in den Prompt.

Typische Fehler beim Produktinfografik-Prompt

„Mach daraus eine Infografik“ tippen viele ein und bekommen ein Bild, das infografikartig aussieht, mit unleserlicher Fantasieschrift mittendrin. Am Ende setzt ein Mensch die Infografik zusammen. Das Modell liefert nur die Basisebene.

Vergessener Freiraum ist der häufigste Grund, warum eine Generierung noch mal gemacht werden muss.

Die Hintergrundbeschreibung zwischen den Slides zu ändern, ist der zweite Klassiker. Macht man das, passt die ganze Serie nicht mehr zusammen.

Verbietest du Text nicht ausdrücklich, landest du bei verwaschenen Pseudobuchstaben, die du dann ohnehin mit einer Textbox überdecken musst.

Quadratisch generieren, obwohl das Listing ein Hochformat braucht, passiert auch oft. Leg das Seitenverhältnis vorher fest, nicht hinterher.

Die Promptstruktur für Bilder im Allgemeinen haben wir in einem eigenen Beitrag behandelt, und brauchst du gleich Slides für einen ganzen Katalog, lässt dich Flami sie im Batch erzeugen statt einzeln nacheinander.

FAQ

Wie unterscheidet sich ein Prompt für Produktinfografiken von einem normalen? Er muss Freiraum für Text reservieren, der erst später dazukommt. Das Modell macht das nicht von allein, also beschreibst du die Komposition direkt: wo das Produkt sitzt und welcher Teil des Bildes frei bleibt.

Soll ich das Modell bitten, den Text direkt auf die Slide zu schreiben? Meist nicht. Zuverlässiger ist es, Text bei der Generierung komplett zu verbieten und ihn danach im Editor einzufügen. So bestimmst du die Schriftart selbst, und Änderungen brauchen keine neue Generierung.

Welcher Hintergrund funktioniert am besten für Infografiken? Einfarbige Flächen oder ein sanfter Verlauf. Ein unruhiger Hintergrund erschwert das Lesen des Texts und lenkt vom Produkt ab.

Wie bleibt eine Slide-Serie optisch konsistent? Halte die Formulierungen für Hintergrund und Licht in jedem Prompt identisch, ändere nur Produkt und Komposition. Eine Hintergrundbeschreibung, die von Slide zu Slide abweicht, ist der Hauptgrund, warum eine Serie am Ende nicht zusammenpasst.

Quellen

  1. Flami: Promptstruktur für Bilder
  2. Flami: Infografiken und Text auf Produktbildern
  3. Flami: typische Promptfehler für Einsteiger

Über den Autor

Jonas Becker

Tester bei Flami

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